Handbuch für Eltern

Stand: Oktober 2026. Dieses Handbuch beschreibt, was die App tatsächlich kann. Die kurze Übersicht in der App selbst heißt „Was die App kann". Wo etwas noch nicht fertig oder nur eingeschränkt verlässlich ist, steht das ausdrücklich dabei.

1. Was FamilyTrail ist – und was nicht

FamilyTrail ist ein Tagebuch für den Familienalltag mit Baby: Mahlzeiten, Schlaf, Windeln, Schreien, Zahnen, Fieber, Arzttermine und mehr. Du sprichst oder tippst kurz, was war, die App sortiert es ein.

Die App ordnet ein, statt zu diagnostizieren. Wenn dein Baby schreit, zeigt sie mehrere mögliche Gründe nebeneinander, jeweils mit einer Angabe, wie sicher sie ist und woher die Einschätzung kommt (aus eurem eigenen Verlauf oder aus Fachliteratur). Sie behauptet nie „es ist Hunger" oder „es ist eine Kolik".

Die App bleibt auf eurem Gerät. Es gibt kein Konto, keine Anmeldung, keine Werbung. Deine Einträge liegen in einer Datenbank auf deinem Telefon. Aufnahmen werden direkt auf dem Gerät in Text umgewandelt und danach verworfen.

Die App ist kein Ersatz für ärztlichen Rat und kein Notfallsystem. Mehr dazu in Abschnitt 8 und 17.

2. Erste Schritte

  1. Profil anlegen. Beim ersten Start legst du ein Profil für dein Kind an: Name (oder „Baby") und Geburtsdatum. Die App rechnet daraus das Alter aus; manche Hinweise hängen davon ab.
  2. Noch nicht geboren? Trag den errechneten Geburtstermin ein, auch wenn er in der Zukunft liegt. Dann läuft das Profil als Schwangerschaft (mit Schwangerschaftswoche, Bewegungen, Herztönen, Vorsorge).
  3. Frühgeboren? Wenn du die Schwangerschaftsdauer bei der Geburt angibst, rechnet die App bei den altersabhängigen Hinweisen mit dem korrigierten Alter.
  4. Name ausblenden. Wenn der Name noch nicht auf dem Bildschirm stehen soll, kannst du ihn im Profil dauerhaft ausblenden. Erkannt wird er beim Sprechen trotzdem.
  5. Mehrere Kinder. Lege für jedes Kind ein eigenes Profil an. Bei einem Satz mit Namen („Isabell hat getrunken") ordnet die App richtig zu. Ohne Namen nimmt sie das gerade aktive Kind und markiert das als Annahme. Beim ersten Start zeigt iOS einen Apple-Standardtext zur Spracherkennung („Sprachdaten werden an Apple gesendet“); FamilyTrail erzwingt die Erkennung auf dem Gerät, es wird kein Audio gesendet.
  6. Du selbst. Du kannst auch etwas über dich festhalten („ich bin erschöpft"). Dafür legst du unter Profile eine erwachsene Person an – ohne sie landet der Satz beim Kind, und „Heute" weist dich mit einem Hinweis darauf hin. Der Eintrag landet dann bei dir, nicht beim Kind, und erscheint zwischen den Einträgen auf „Heute“. Die Erwachsenen-Profile findest du unter Profile. In deinem Profil stellst du ein, wer auf diesem Gerät „ich" ist.

3. Sprechen oder Tippen – der Aufnahmeknopf auf „Heute"

Auf dem Startbildschirm „Heute" ist der Mikrofonknopf der zentrale Eingang. Gedrückt halten, sagen was war, loslassen. Wer nicht sprechen mag oder kann, tippt stattdessen – der Weg daneben führt zur Tastatur.

Beispiele:

Die App erkennt unter anderem: Mahlzeit, Schlaf, Windel, Schreien, Wutanfall, Zahnen, Temperatur, Abpumpen, Bewegungen im Bauch, Betreuung, Vorsorge, Herztöne, Impfung, Maße, Medikament, Baden und U-Untersuchung. Sagt ein Satz mehrere Dinge nacheinander („aufgewacht, dann gegessen und gewechselt"), entstehen mehrere Einträge. Fehlt dabei eine Uhrzeit, zeigt dir die App die Aufteilung vorher, statt etwas zu erfinden.

Kam etwas falsch an? Tippe den Eintrag an und stelle ihn richtig. Ab der dritten gleichen Korrektur merkt sich die App das Wort. In der App kannst du nachsehen, welche Wörter sie sich gemerkt hat, und sie einzeln löschen. Ein Wisch nach links auf einen Eintrag bietet das Löschen an.

Schlaf: Läuft eine Schlafphase, zählt die Dauer auf „Heute" mit. Ein Tipp auf „Jetzt aufgewacht" beendet sie.

Schnellstart: Widget auf dem iPhone

Mit dem Widget „Sprachnotiz" startest du die Aufnahme direkt vom Homescreen oder vom Sperrbildschirm aus.

Hinzufügen (Homescreen):

  1. Auf eine freie Stelle des Homescreens lange drücken, bis die Symbole wackeln.
  2. Oben links auf „+" tippen und nach FamilyTrail suchen.
  3. „Sprachnotiz" wählen, dann „Widget hinzufügen".

Hinzufügen (Sperrbildschirm): Sperrbildschirm lange drücken, „Anpassen", auf das Feld unter der Uhrzeit tippen und FamilyTrail wählen (rund oder rechteckig).

Benutzen: Ein Tipp aufs Widget öffnet FamilyTrail und startet die Aufnahme sofort. Hier musst du den Knopf nicht gedrückt halten: Zum Beenden tippst du einmal auf den Mikrofonknopf. Beim allerersten Mal fragt iOS nach Mikrofon und Spracherkennung. Das Widget braucht FamilyTrail ab Version 1.0.1.

Das Widget liest nichts aus der App und teilt nichts. Es ist nur eine Abkürzung.

Android: Dort gibt es kein Widget. Lange auf das App-Symbol drücken und „Sprachnotiz" wählen startet dieselbe Aufnahme. Die Sprachaufnahme gibt es auf Android erst ab Version 13; beim allerersten Mal lädt Android einmalig das deutsche Sprachpaket herunter (am besten im WLAN).

4. Fragen stellen

Du musst dafür nichts umschalten: Derselbe Aufnahmeknopf (oder dieselbe Tastatur) nimmt Einträge und Fragen. Was du sagst, entscheidet, was passiert.

Fragen zum Schreien. Beispiel: „Isabell schreit seit 10 Minuten, woran liegt es?" Die App speichert den Eintrag wie sonst auch und blendet über „Heute" die Einordnung ein, ohne dass du den Bildschirm wechselst. Dort stehen mehrere mögliche Erklärungen mit Sicherheitsangabe und Herkunft. Du kannst jede Einschätzung bestätigen oder verwerfen; daraus lernt die Auswertung, was bei eurem Kind eher zutrifft. Ein Tipp schließt die Einblendung. Liegt in den letzten sechs Stunden kein Schreien vor, sagt die App ehrlich, dass sie nichts einordnen kann, und bietet einen Eintrag an. Sie rät nicht.

Fragen an das Tagebuch. Beispiele: „Wann hat sie zuletzt gegessen?", „Wie viele Windeln heute?", „Wie lange hat er heute geschlafen?" Die Antwort kommt mit Zahl und Uhrzeit aus deinen eigenen Einträgen, ohne Bewertung. Möglich ist das für Mahlzeit, Schlaf, Windel, Medikament und Baden („zuletzt" und „heute"). Eine Frage legt nie einen Eintrag an.

Bewertungsfragen wie „Ist das normal?" oder „Ist das zu wenig?" beantwortet die App bewusst nicht mit einem Urteil. Sie sagt in einem Satz, dass sie nicht bewertet, und verweist auf Kinderärztin oder Kinderarzt.

5. Hinweise im Satz – deine eigene Angabe

Was du zusätzlich sagst, fließt in die Einordnung ein, zum Beispiel „Bauch ist hart", „sucht die Brust", „reibt sich die Augen", „hat gerade gegessen", „Windel ist voll". Die App führt das getrennt von Literatur und eurem Verlauf als „eigene Angabe" und gibt ihr nur mäßiges Gewicht. Sie macht daraus keine Diagnose. Zahnen als Hinweis ist bewusst nicht dabei, weil dafür eine belastbare Quelle fehlt.

6. Warnzeichen und Notfall-Hinweis

Nennt ein Satz ein eindeutiges Warnzeichen („blau angelaufen", „krampft", „bekommt keine Luft", „nicht ansprechbar", „hat eine Batterie verschluckt", „spuckt Blut"), erscheint sofort ein Hinweis „Das kann ein Notfall sein":

Der Satz wird trotzdem gespeichert, und es gibt keine Rückfrage. Zusätzlich bleibt ein Streifen oben auf „Heute" stehen.

Ehrlich dazu: Die Notfallerkennung ist eingeschränkt. Sie kennt nur eine bewusst kleine Liste eindeutiger Wendungen (Atmung, Hautfarbe, Bewusstsein, Krampf, Verschlucktes oder Vergiftung, Blutung). Die Liste ist noch nicht von einer Fachperson geprüft. Fieber, Stürze und viele andere Warnzeichen erkennt die App nicht. Verlass dich nie darauf, dass die App einen Notfall bemerkt. Wenn dir etwas Sorgen macht, ruf Kinderärztin oder Kinderarzt an, im Notfall 112.

Außerdem erscheint unter jeder Einordnung ein kurzer Hinweis, dass die App keine Notfälle erkennt. Bei langem, untröstlichem Schreien kommt ein Entlastungshinweis (Kind sicher ablegen, kurz Abstand nehmen, nie schütteln). Er bewertet nichts und lässt sich mit einem Tipp wegblenden.

7. Der „Nicht erkannt"-Streifen

Die App speichert nichts stumm. Versteht sie einen Satz nicht, passiert eins von zwei Dingen:

Der Satz bleibt in beiden Fällen als Notiz erhalten; du kannst ihn später antippen und einer Art zuordnen.

8. Wichtig: Was die App nicht tut

Siehe Abschnitt 17. Kurz: keine Diagnose, keine Handlungsanweisung, keine Bewertung von Messwerten, keine zuverlässige Notfallerkennung.

9. Heute, Wochenrückblick, Kalender

10. Nachschlagen

Unter „Nachschlagen" liegt alles, was du je Kind nachsehen willst:

11. Dokumente fotografieren

U-Heft-Seiten (U1 bis U9), die vier Neugeborenen-Screenings (Pulsoxymetrie, Neugeborenen-Screening, Mukoviszidose, Hörscreening) und die Hüftsonographie kannst du abfotografieren, statt jeden Wert abzutippen.

  1. Wähle vor dem Foto die Seite. Erst dadurch weiß die App, welche Werte sie erwarten darf.
  2. Fotografiere die Seite gut ausgeleuchtet und gerade.
  3. Die erkannten Werte erscheinen einzeln zum Bestätigen oder Korrigieren. Was die App nicht eindeutig zuordnen kann, bleibt leer. Du trägst es von Hand nach. Auch das Datum der Untersuchung wird, wenn eindeutig lesbar, vorbelegt.
  4. Die vier Winkelwerte der Hüftsonographie trägst du immer selbst ein.

Das Foto wird nicht gespeichert; es wird auf dem Gerät ausgewertet und verworfen. Die Erkennung ist nicht perfekt. Prüfe jeden Wert, bevor du ihn übernimmst. Andere Dokumente (zum Beispiel der Impfausweis) landen als Text im Eingabefeld, den du vor dem Speichern prüfst.

12. Babyphone

Ein zweites Gerät wird zum Babyphone, mit Ton allein oder mit Bild. Das funktioniert nur im selben WLAN. Es gibt keinen Server dazwischen und keine Verbindung über das Internet. Auf „Heute" erreichst du es über ein Kopfzeilen-Symbol; dort wählst du, ob dieses Gerät beim Baby liegt (Monitor) oder zuschaut.

13. Familien-Abgleich (mehrere Geräte)

Zwei Geräte einer Familie können Profile und Einträge abgleichen, damit beide denselben Stand haben.

  1. Beide Geräte im selben WLAN.
  2. Auf einem Gerät den Kopplungs-Code (QR-Code) anzeigen, mit dem anderen scannen. Das ist einmalig.
  3. Danach läuft der Abgleich von selbst, solange die App auf beiden Geräten geöffnet ist. Bei geschlossener App oder gesperrtem Gerät erst wieder nach dem Öffnen.
  4. Der Schalter „Automatisch abgleichen" lässt sich je Gerät ausschalten; dann gleichst du von Hand ab.

Der Abgleich ist verschlüsselt und läuft nur im lokalen Netz, nie über das Internet. Gelöschte Einträge werden mit gelöscht. Zwischen zwei iPhones ist das real geprüft. Zwischen Android-Geräten oder gemischt ist der Abgleich noch nicht ausreichend getestet. Er kann dort Probleme machen (siehe Support). Ein neues, leeres Gerät holt den vollen Stand in einer Runde. Gibt es sehr viele Einträge, kann das länger dauern.

14. Datenschutz, Export, Fehlerprotokoll

Die vollständige Erklärung steht in der Datenschutzerklärung in der App.

15. Berechtigungen

Beim ersten Start erklärt „Bevor es losgeht", wofür welches Recht gebraucht wird. Du kannst jedes ablehnen: Alles lässt sich auch per Tastatur erfassen. Wurde ein Recht verweigert, zeigt die App an der betroffenen Stelle einen Satz dazu und, wo es passt (Sprachaufnahme, Kamera für den Kopplungs-Code), den Knopf „Einstellungen öffnen". Dort erlaubst du es wieder unter FamilyTrail. Auf Android 12 und älter gibt es keine Sprachaufnahme (siehe Abschnitt 3).

Die App greift nicht auf deine Fotomediathek zu.

16. Tipps für den Alltag

17. Grenzen der App

FamilyTrail ersetzt keine ärztliche Beratung, keine Hebamme und keine Vorsorgeuntersuchung.

Bei Problemen: siehe support.md.